Notizen aus dem Landesjugendhilfeausschuss
Liebe Freundinnen und Freunde, September 2025
der Landesjugendhilfeausschuss befasste sich in seiner Sitzung am 25. September 2025 unter anderem mit folgenden Themen:
TOP 6. Ferienbetreuung an LVR-Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung (Vorlage 15/2851)
Mit einer Förderung des Landes konnten im vergangenen Schuljahr an insgesamt acht Förderschulen dieser Art Ferienprogramme durchgeführt werden. Das Angebot wurde von Kindern und Eltern sehr gerne angenommen. Zwei Aspekte trüben allerdings das Bild. Zum einen die eingeschränkte Planbarkeit durch späte Bewilligungen von Inklusionsbegleitungen, die fehlende Absicherung von pflegerischem Bedarf und täglicher Beförderung zum Angebot. Zum anderen aber grundsätzlich die unzureichende finanzielle Ausstattung in Höhe von 8.500 Euro pro Schule und Schuljahr. So wurden zusätzliche Kosten bei vielen Angeboten durch Elternbeiträge abgedeckt oder konnten zum Glück durch Sponsoren finanziert werden.
TOP 7. Sachstand zum Einsatz von Schulsozialarbeit an LVR-Schulen (Vorlage 15/3207)
Die Verwaltung betonte in ihrer Antwort auf eine Anfrage, dass die Einführung von Schulsozialarbeit bei den LVR-Förderschulen durchaus zur Förderung der Schüler*innen beitragen könnte, teilte aber gleichzeitig mit, dass die Finanzierung an dieser Stelle schwierig sei, da die Förderschulen nicht bei der Landesrichtlinie zur Förderung der Schulsozialarbeit berücksichtigt worden sind.
Hier sollte das Land dringend gesetzgeberisch nacharbeiten.
TOP 8. Angebote des LVR-Berufskollegs Düsseldorf, Fachschule des Sozialwesens (Vorlage 15/3292)
Aktuell steht die Schule vor der Herausforderung rückläufiger Studierendenzahlen. Wir haben dies im Ausschuss mit Bedauern zur Kenntnis genommen, da gerade diese Schule sich durch besonders innovative Unterrichtsangebote auszeichnet.
Auch insgesamt sei es besorgniserregend, dass weniger Menschen diesen Berufsweg einschlagen wollen. Die Praxisintegrierte Ausbildung (PIA) müsse daher noch stärker ausgebaut werden, um jedenfalls finanzielle Hemmnisse bei der Berufswahl zu vermeiden.
TOP 9. „Verbund wirkt!“ – Abschlussbericht des Modellprojekts „Seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stärken durch integrierte Behandlungsmöglichkeiten und Rehabilitation durch Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugendhilfe in den Regionen“ (Vorlage 15/3194)
An diesem Modellprojekt wollten ursprünglich fünf Regionen teilnehmen. Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie zogen zwei Regionen ihre Teilnahme wieder zurück. Die Erfahrungen in den verblieben drei (Düsseldorf, Essen und der Rhein-Erft-Kreis) zeigten, wie wichtig eine tragfähige und dauerhafte Vernetzung der einzelnen Versorgungssysteme ist, um betroffene junge Menschen zu erreichen und ihnen zu helfen.
In den drei Modellregionen ist es gelungen, die geförderten Stellen zu fachlich gut ausgestatteten Koordinierungsinstanzen zu entwickeln. Die Projektstellen in Düsseldorf und im Rhein-Erft-Kreis konnten hierbei wie geplant – und sogar in einem größeren Stellenumfang verstetigt werden. Bei der Stadt Essen steht dem zur Zeit die Haushaltskonsolidierung der Stadt entgegen, allerdings sollen dort zumindest Grundsätze aus Teilen der Projektarbeit in die Arbeit einfließen.
Bleibt zu wünschen, dass noch mehr Städte und Kreise die Sinnhaftigkeit einer solchen Vernetzung erkennen und bereit sind, auch in Zeiten knapper Kassen die dafür notwendigen Mittel bereitzustellen oder möglicherweise durch Arbeitsumstrukturierungen bei den Jugendämtern personelle Kapazitäten für diese Aufgabe zu schaffen. Wichtig ist, dass die Vernetzung auf festen Strukturen basiert und nicht – nur – vom Engagement einzelner Beteiligter abhängig ist. Jedenfalls stieß der im Mai durchgeführte Fachtag zum Abschluss des Projekts auf großes fachliches Interesse.
TOP 10. Aktuelle Entwicklungen in der frühkindlichen Bildung- PowerPoint Vortrag
Die Verwaltung präsentierte hier zentrale Ergebnisse des Fachkräfte-Monitorings NRW. Wie schon bei der oben erwähnten Fachschule des Sozialwesens in Düsseldorf sinkt auch landesweit die Zahl derjenigen, die die Ausbildung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin angehen und zwar bereits seit 2021. Besonders drastisch ist das Absinken der Zahlen bei der schulischen Ausbildung zu verzeichnen.
Bei der Ausbildung im Bereich Kinderpflege ist hingegen ein Aufwuchs zu vermelden.
Wir haben an dieser Stelle betont, dass es neben der Fortführung von PIA und Quereinstiegsmodellen auch nötig sei, über die leichtere Anerkennung von im Ausland absolvierten Ausbildungen nachzudenken, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken.
2025-09-25-Aktuelle Entwicklung Frühe Bildung
TOP 12. Aktueller Sachstand Rechtsanspruch Ganztag – PowerPoint Vortrag
Wir haben in den letzten Monaten ja des Öfteren über aktuelle Entwicklungen in diesem Bereich berichtet. Der diesen „Notizen“ beigefügte Vortrag von Frau Dr. Karin Kleinen, die im Dezernat für dieses Thema zuständig ist, fasst das bisher Geschehene und die Aktivitäten des Dezernats noch einmal gut zusammen.
2025-09-25-Aktueller Stand OGS
TOP 13. Bericht aus der Verwaltung
An dieser Stelle konnte die Verwaltung mitteilen, dass die Haushaltsplanzahlen 2025 für ihr Dezernat eingehalten werden. Unter Auflösung von Rückstellungen könnten sogar Mittel an den Gesamthaushalt zurück überwiesen werden. Insgesamt würden in diesem Jahr 17.800 Kinder Leistungen aus der sogenannten Basisleistung I bekommen und davon 5.600 Kinder zusätzlich individuelle heilpädagogische Leistungen.
Alle Vorlagen sind über unsere Geschäftsstelle zu erhalten.
Unsere Kontaktdaten für An- oder Abmeldungen der Notizen, Fragen und Anregungen: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Fraktion in der Landschaftsversammlung Rheinland, Landeshaus, Kennedyufer 2, 50679 Köln
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