Der Paritätische Rhein-Erft-Kreis lud auf den 07.07.2026 in die REHA-Betriebe nach Bergheim ein um Themen rund um die Eingliederungshilfe mit Vertreterinnen und Vertretern von Fraktionen der Landschaftsversammlung zu diskutieren. Für die GRÜNEN mit dabei:
Fraktionsvorsitzender Johannes Bortlisz-Dickhoff.
Zielsetzung war, den Austausch zwischen Politik, Leistungsträgern, Leistungserbringern und Betroffenen zu fördern, dabei die aktuellen Herausforderungen der Eingliederungshilfe aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, die Auswirkungen auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen zu diskutieren und mögliche gemeinsame Handlungsansätze zu entwickeln, mit der Perspektive die weitere Zusammenarbeit zu stärken und für die Auswirkungen geplanter Kürzungen in der Eingliederungshilfe zu sensibilisieren.
Im fachlichen Input machte Sebastian Guder, Fachreferent des Paritätischen, auf aktuelle Herausforderungen der Eingliederungshilfe durch die Auswirkungen der Änderungen am Bundesteilhabegesetz aufmerksam. Es werde an Änderungen beim SGB IX gearbeitet. Der begleitende Dialogprozess NRW bringt das BMAS, das Land, die Kommunen und seit knapp einem Jahr auch die Wohlfahrtsverbände zusammen. Der Paritätische Gesamtverband sah die Entwicklungen als so schwerwiegend an, dass er im April des Jahres ein internes Arbeitspapier öffentlich gemacht hat. Dazu wurde, um die Debatte zu versachlichen, von der LAG FW NRW ein “Fact Sheet” entwickelt.
Darin sind folgende Fakten für NRW festgestellt: Die Zahl der Leistungsberechtigten ist zwischen 2018 und 2024 um 23,4 Prozent gestiegen. Aufgrund des demografischen Wandels werden die Menschen älter und haben damit einen erhöhten Pflegebedarf. Das “System Familie”
verändert sich. Es gibt steigende Personal- und Sachkosten zum Teil auch inflationsbedingt und erhebliche Kostensteigerungen in der Verwaltung. In der Diskussion wurde das im Wesentlichen bestätigt.
Fazit der Diskussion: Die Teilnehmenden sind sich, dass die Eingliederungshilfe vor erheblichen strukturellen und organisatorischen Herausforderungen steht. Wesentliche Handlungsfelder sind der Abbau unnötiger Bürokratie, die Vereinfachung von Verwaltungsverfahren, sowie eine stärkere Einbindung der Praxis in die politischen Entscheidungsprozesse. Ein vertrauensvolles Miteinander zwischen Politik*, Verwaltung, Leistungserbringern und Verbänden wurde als zentrale Voraussetzung für eine zukunftsfähige Eingliederungshilfe angesehen. Ziel bleibt eine verlässliche, wirtschaftliche und zugleich am Menschen orientierte Ausgestaltung der Eingliederungshilfe unter verantwortungsvollem Einsatz öffentlicher Mittel.