Ausstellung „Das Leben mit dem Loch“

 In verschiedenen Städten des Rheinlands war sie schon zu Gast, nun macht sie Station in der LVR-Zentrale in Köln-Deutz. Seit Anfang September ist dort die Ausstellung „Das Leben mit dem Loch“ zu sehen.

Die Ausstellung erzählt vom Alltag der Menschen im Rheinischen Braunkohlerevier. Sie berichtet von der Ungewissheit, wie es mit dem eigenen Haus, der Dorfgemeinschaft weitergeht. Sie erzählt von der Hoffnung, dass der Braunkohleabbau die Autobahn A 61 nicht überschreiten werde und vom Widerstand vor Ort. Aber auch von der Zerrissenheit der Menschen im Großen und Kleinen und schließlich vom Niedergang des Vereinslebens und dem letzten Zusammenpacken.

Wir haben die Ausstellung mit einer der Kuratorinnen, Frau Dr. Anja Schmid-Engbrodt, vom LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, besichtigt. Für einige von uns war es dabei Erinnerung an eigene politische oder private Geschichte. So war es Usus, dass etliche Anwohner*innen nicht nur ihren eigenen Garten beackerten, sondern auch freie Flächen drumherum. Sie mussten sich beim Umzug zwangsweise verkleinern. Bauern verließen auch deshalb besonders ungerne ihr Land, weil es sich um fruchtbarsten Boden handelte, den abzugraben, sie für eine Schande hielten.

Politisch war dies auch eine sehr spannende Phase, weil die Auseinandersetzung um Garzweiler II fast zum Bruch der ersten rot-grünen Regierung in NRW geführt hätte.

Die Ausstellung ist noch bis Ende Oktober im Nordfoyer des LVR-Landeshauses (direkt am Rhein, neben dem Hotel Hyatt, fünf Minuten zu Fuß vom Bahnhof Köln-Deutz) täglich bis 18 Uhr, kostenlos zu sehen.

Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert und kann beim LVR ausgeliehen werden.

Weiter Infos zur Ausstellung und Kontakte:

https://rheinische-landeskunde.lvr.de/de/alltagskultur/alltagskultur_ausstellungen/leben_mit_dem_loch_ausstellungen.html